Wenn die Welt in Flammen steht und alle Anleger in Panik flüchten, gibt es meist eine Person, die seelenruhig kauft: Sir John Templeton. Er war der Begründer des modernen globalen Investierens und ein Meister darin, Chancen dort zu finden, wo niemand anderes hinsehen wollte. Er bewies, dass man den Markt nur schlagen kann, wenn man bereit ist, etwas völlig anderes zu tun als die Masse.
Auf InsideTrading.de wissen wir: Die besten Trades entstehen oft gegen den Strom. In diesem Guide analysieren wir die 11 einflussreichsten Zitate von Sir John Templeton, seine faszinierende Biografie und wie du seine Strategie des „maximalen Pessimismus“ für dein Trading nutzt.
Die Biografie von Sir John Templeton: Ein Visionär ohne Grenzen
John Marks Templeton wurde 1912 in Tennessee geboren. Mitten in der Weltwirtschaftskrise studierte er in Yale und später als Rhodes-Stipendiat in Oxford. Diese internationale Ausbildung legte den Grundstein für seine globale Denkweise.
Der legendäre Trade von 1939
Templetons Karriere begann mit einem Paukenschlag: Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 kaufte er für jeweils 100 USD jede Aktie an den US-Börsen, die für weniger als 1 USD gehandelt wurde. Er kaufte 104 verschiedene Unternehmen, von denen viele fast pleite waren. Vier Jahre später hatte er sein Geld vervierfacht. Er hatte erkannt, dass der Krieg die Wirtschaft ankurbeln würde, während die Masse nur die Angst sah.
Die Globalisierung des Depots
In den 1950er Jahren gründete er den Templeton Growth Fund. Er war einer der Ersten, die massiv in das Nachkriegs-Japan investierten – zu einer Zeit, als japanische Produkte noch als minderwertig galten. Sein Gespür für unentdeckte Märkte machte ihn zu einem der reichsten Philanthropen seiner Zeit.
Die 11 wichtigsten Sir John Templeton Zitate im Deep-Dive
1. „Die Zeit des maximalen Pessimismus ist die beste Zeit zum Kaufen, und die Zeit des maximalen Optimismus ist die beste Zeit zum Verkaufen.“
Das Herzstück seiner Philosophie.
- Die Lektion: Handele antizyklisch. Wenn die Nachrichten nur noch Katastrophen vermelden, ist das Risiko oft am geringsten, weil alle Ängste bereits eingepreist sind.
- Die Trading-Realität: Suche nach „Panic Sells“ in den Charts. Wenn der RSI im Keller ist und die Schlagzeilen düster sind, bereite dich auf den Long-Einstieg vor.
2. „Wenn Sie eine bessere Performance als die Masse erzielen wollen, müssen Sie etwas anderes tun als die Masse.“
- Die Lektion: Herdentrieb führt zu Durchschnittsrenditen (oder Verlusten). Wer reich werden will, muss den Mut haben, allein zu stehen.
- Die Trading-Realität: Hinterfrage Trends, die „zu offensichtlich“ wirken. Wenn jeder Taxifahrer über eine bestimmte Aktie spricht, ist der maximale Optimismus oft erreicht.
3. „Investiere zum Zeitpunkt des maximalen Pessimismus.“
- Die Lektion: Es erfordert enorme mentale Stärke, zu kaufen, wenn die Welt unterzugehen scheint. Aber genau dort liegt der Profit.
- Die Trading-Realität: Templeton kaufte 1939. Ein moderner Trader hätte während des Corona-Crashs im März 2020 kaufen müssen, als die Angst am größten war.
4. „Die vier gefährlichsten Wörter an der Börse sind: ‚Diesmal ist alles anders.‘“
Ein zeitloser Klassiker, der auch von Templeton oft zitiert wurde.
- Die Lektion: Marktzyklen wiederholen sich. Psychologie ändert sich nie.
- Die Trading-Realität: Ob Dotcom, Immobilienkrise oder Krypto-Hype – am Ende platzt jede Blase. Glaube niemals, dass die alten Regeln der Bewertung nicht mehr gelten.
5. „Bullenmärkte werden in Pessimismus geboren, wachsen in Skepsis, reifen in Optimismus und sterben in Euphorie.“
- Die Lektion: Identifiziere, in welcher Phase wir uns befinden.
- Die Trading-Realität: Wenn die Leute anfangen, skeptisch zu sein, obwohl die Kurse steigen, ist das oft die profitabelste Phase (Mauer der Angst). Wenn die Euphorie kommt, ziehe deinen Stop-Loss eng nach.
6. „Konzentrieren Sie sich auf den Wert, denn die meisten Menschen konzentrieren sich auf den Ausblick und den Trend.“
- Die Lektion: Trends können täuschen, Substanz bleibt.
- Die Trading-Realität: Nutze die Charttechnik für das Timing, aber die Fundamentaldaten für die Auswahl. Ein starker Trend in einer wertlosen Aktie ist ein Kartenhaus.
7. „Es gibt keine sichere Anlage, nur sicheres Investieren.“
- Die Lektion: Das Risiko liegt nicht im Asset, sondern in deinem Prozess und deinem Preis.
- Die Trading-Realität: Sogar Gold kann riskant sein, wenn man es am Allzeithoch kauft. Sicherheit entsteht durch eine gute Strategie und Diversifikation.
8. „Für diejenigen, die vorbereitet sind, ist eine Börsenpanik kein Risiko, sondern eine Chance.“
- Die Lektion: Habe immer Cash-Reserven, um bei einem Crash zuschlagen zu können.
- Die Trading-Realität: Wer immer zu 100% investiert ist, kann die Chancen eines „Flash Crashs“ nicht nutzen. Halte Pulver trocken für die Tage, an denen „Blut in den Straßen fließt“.
9. „Wenn Sie nicht gegen den Strom schwimmen können, werden Sie nie ein erfolgreicher Investor sein.“
- Die Lektion: Unabhängiges Denken ist dein wertvollstes Kapital.
- Die Trading-Realität: Lerne, technische Signale objektiv zu bewerten, egal was die Experten im Fernsehen sagen. Wenn dein System „Kauf“ sagt, kaufe – auch wenn es sich unwohl anfühlt.
10. „Vergessen Sie nie: Ein Bärenmarkt ist temporär. Die Weltwirtschaft wächst langfristig.“
- Die Lektion: Behalte den Weitblick. Panik ist ein schlechter Ratgeber.
- Die Trading-Realität: Nutze Bärenmärkte, um dich in Qualitätswerte einzukaufen. Die Geschichte zeigt: Nach jedem Crash kam ein neues Allzeithoch.
11. „Hüten Sie sich vor Fehlern; aber fürchten Sie sich nicht vor ihnen.“
- Die Lektion: Fehler sind Lernkosten. Wer keine Fehler macht, geht nicht genug Risiko ein.
- Die Trading-Realität: Akzeptiere Verluste als Teil des Geschäfts. Sir John Templeton lag oft jahrelang „falsch“, bevor sich seine Thesen bewahrheiteten.
Das Templeton-Prinzip: Die globale Suche nach Schnäppchen
Sir John war der Meinung, dass man seine Chancen massiv erhöht, wenn man weltweit sucht. Wenn der US-Markt teuer ist, ist vielleicht der indische Markt billig. Wenn Tech-Aktien überhitzt sind, bieten vielleicht Rohstoffe in Schwellenländern Value.
Die Lektion für Trader: Schau über den DAX und den S&P 500 hinaus. Nutze Screener, um weltweit nach Aktien mit niedrigem KGV und starken Dividenden zu suchen, die charttechnisch gerade einen Boden bilden.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Sir John Templeton
Was bedeutet „Maximaler Pessimismus“?
Es beschreibt den Punkt in einem Marktcrash, an dem der letzte Optimist aufgegeben hat und die Stimmung so schlecht ist, dass es faktisch keine Verkäufer mehr gibt. Dies ist statistisch gesehen der Punkt des geringsten Risikos.
War Templeton ein Daytrader?
Nein, er war ein langfristiger Value-Investor. Aber seine Prinzipien des antizyklischen Handelns sind für Swing-Trader und Daytrader essenziell, um nicht in die „Fallen“ der Masse zu tappen.
Warum verkaufte er seinen Fonds 1992?
Templeton verkaufte seine Anteile an der Templeton Group für 440 Millionen USD an Franklin Resources, um sich ganz seiner philanthropischen Arbeit und der Erforschung spiritueller Fragen zu widmen.
Bonus-Sektion: Das Templeton-Mindset – Die Demut des Suchenden
Obwohl er einer der reichsten Männer der Welt war, lebte Templeton bescheiden auf den Bahamas und widmete sich der Wissenschaft und Religion. Er glaubte, dass spirituelle Offenheit und intellektuelle Demut bessere Investmententscheidungen ermöglichen. Die Lektion für dein Trading: Bleib demütig. Der Markt ist größer als du. Ein bescheidener Trader, der seine Grenzen kennt, überlebt länger als ein arroganter Trader, der glaubt, den Markt besiegt zu haben.
Fazit: Kauf, wenn es wehtut
Sir John Templeton lehrt uns, dass Reichtum an der Börse durch Mut und Geduld entsteht. Wer kauft, wenn es emotional am schwersten ist, wird langfristig am meisten belohnt. Sei ein „Global Player“ in deinem Denken und ein Fels in der Brandung, wenn die Panik umgeht.
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