TRADING BLOG

Was kostet eine Trading-Ausbildung? Preise von 79 € bis 7.000 € im Überblick (2026)

Erik Freutel, Wirtschaftsmathematiker & Trader seit 2012

Zuletzt überprüft am 8. September 2026

Was kostet eine Trading-Ausbildung? Preise von 79 € bis 7.000 € im Überblick (2026)

Eine Trading-Ausbildung kostet zwischen 79 € und rund 7.000 €. Das ist eine große Spanne. In diesem Artikel zeige ich dir, was hinter den Preisen steckt, welche Kosten oft versteckt sind und wie du entscheidest, wie viel du ausgeben solltest.

Offenlegung: Ich bekomme von einigen Anbietern eine Provision, wenn du über meinen Link buchst. Das ändert nichts an den Preisen und nichts an meiner Bewertung. Alle Zahlen stammen von den Anbieter-Websites, Stand September 2026.

Die Preise der bekannten Anbieter

Ich habe die sechs bekanntesten Trading-Ausbildungen in Deutschland verglichen. Hier sind die Preise auf einen Blick:

AnbieterEinstiegHauptprogrammZahlung
Mario Lüddemann79 € (Basiskurs)360°-Ausbildung, vier- bis fünfstelligEinmal, auf Anfrage
Kagels Trading149 € (Optionshandel-Kurs)490 € (1:1-Coaching)Einmal
Trading.dekostenloser Kurs249 € pro MonatMonatlich kündbar
TradingFreaksBuch (kostenlos)ab 3.900 € (Silber)Einmal oder 8 Raten
FinMentkostenloses WebinarPreis im Gespräch, Kapital ab 20.000 €Einmal
Otis Klöber (INX)E-Book (kostenlos)Preis im GesprächEinmal oder Raten

Auffällig: Drei von sechs Anbietern nennen den Preis erst im Verkaufsgespräch. Das ist in der Branche üblich, aber nicht kundenfreundlich. Frag am Telefon nach dem Gesamtpreis, bevor du über Inhalte sprichst.

Drei Preisklassen – und was du dafür bekommst

Unter 200 €: Videokurse

Du bekommst Videos zum Selbstlernen und meist E-Mail-Support. Keine Live-Termine, keine Community. Das reicht, um zu prüfen, ob Trading überhaupt etwas für dich ist. Beispiele: der Basiskurs von Mario Lüddemann (79 €) oder der Optionshandel-Kurs bei Kagels (149 €).

200 bis 500 € pro Monat oder einmalig: Betreuung

Hier kommen Menschen dazu: Live-Calls, Chat, Trade-Besprechungen. Trading.de nimmt 249 € im Monat und ist monatlich kündbar. Kagels bietet 16 Stunden Einzelcoaching für 490 €. Das ist die Klasse, in der die meisten Einsteiger am meisten lernen – weil jemand Fragen beantwortet.

Ab 3.000 €: Komplettprogramme

Mehrwöchige Programme mit Videos, Live-Sessions, Community und Betreuung über Monate. TradingFreaks startet bei 3.900 €, die 360°-Ausbildung von Lüddemann und die Programme von FinMent und INX liegen im vier- bis fünfstelligen Bereich. Das lohnt sich nur, wenn du sicher bist, dass du dabeibleibst.

Versteckte Kosten, die niemand nennt

  • Startkapital. Eine Ausbildung bringt nichts ohne Geld zum Handeln. Realistisch sind 2.000 bis 5.000 € fürs Daytrading, 20.000 € oder mehr bei Optionsstrategien. FinMent sagt das offen, andere nicht.
  • Software und Daten. Chart-Software, Echtzeitkurse, Signale: 20 bis 150 € im Monat.
  • Verluste beim Lernen. Fast jeder verliert in den ersten Monaten Geld. Rechne das ein. Wer mit 1.000 € startet und 30 % verliert, hat 300 € Lehrgeld gezahlt.
  • Upsells. Viele Anbieter verkaufen nach dem Kurs weitere Pakete: Signale, Masterclasses, Mentoring. Frag vorher, was im Preis enthalten ist.

Wie viel solltest du ausgeben?

Eine einfache Regel: Gib für die Ausbildung nicht mehr aus als 20 % deines Startkapitals. Wer 5.000 € zum Handeln hat, sollte nicht 4.000 € für einen Kurs ausgeben. Dann bleibt zu wenig übrig, um das Gelernte anzuwenden.

Und: Fang klein an. Ein Kurs für 79 oder 149 € zeigt dir, ob dir das Thema liegt. Erst danach lohnt sich ein großes Programm. Fast alle teuren Anbieter haben einen kostenlosen Einstieg – Buch, Webinar oder Kurs. Nutz den.

Kann ich die Kosten von der Steuer absetzen?

Oft ja, aber nicht immer. Wer Trading als Nebeneinkunft betreibt oder betreiben will, kann die Ausbildung unter Umständen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben ansetzen. Staatlich zertifizierte Anbieter wie FinMent haben es beim Finanzamt leichter. Frag deinen Steuerberater – und heb die Rechnung auf.

Fazit

Die Preise reichen von 79 € bis über 7.000 €. Teuer heißt nicht besser: Das günstigste Programm im Vergleich hat die meisten Bewertungen. Entscheidend ist, ob die Art der Ausbildung zu dir passt – Videokurs, Betreuung oder Komplettprogramm. Alle sechs Anbieter mit Preisen, Bewertungen und Kritik findest du im Vergleich der Trading-Ausbildungen.

Rechenbeispiel: Was dich das erste Jahr wirklich kostet

Der Kurspreis ist nur ein Teil. Hier drei realistische Rechnungen für das erste Jahr – mit Ausbildung, Kapital, Software und dem Lehrgeld, das fast jeder zahlt.

Beispiel 1: Einsteiger mit Videokurs

  • Basiskurs von Mario Lüddemann: 79 €
  • Startkapital: 2.000 €
  • Chart-Software und Daten: 0 € (kostenlose Tools reichen)
  • Typische Verluste im ersten Jahr: 20–30 % des Kapitals = 400–600 €
  • Gesamt: rund 500–700 € – das Kapital ist nicht weg, es ist geschrumpft

Beispiel 2: Berufstätiger mit Komplettprogramm

  • TradingFreaks Silber: 3.900 €
  • Startkapital: 5.000 €
  • Software und Nachrichtenfeed: 50 € im Monat = 600 €
  • Verluste im ersten Halbjahr: 10–20 % = 500–1.000 €
  • Gesamt: rund 5.000–5.500 € zuzüglich Kapital

Beispiel 3: Anleger mit Optionsstrategie

  • Ausbildung bei FinMent (Preis im Gespräch): grob 3.000–6.000 €
  • Kapital: mindestens 20.000 €
  • Broker-Gebühren: 200–400 € im Jahr
  • Gesamt: 3.500–6.500 € – aber mit einem Kapital, das arbeitet

Der Unterschied zwischen den Beispielen ist nicht der Kurspreis. Es ist das Kapital, das du danach brauchst. Wer 79 € ausgibt und dann nicht handelt, hat 79 € verschenkt. Wer 3.900 € ausgibt und 500 € Kapital hat, kann das Gelernte nicht anwenden.

Was ich in zehn Jahren als Vermittler gelernt habe

Ich vermittle seit 2016 Trading-Ausbildungen und habe allein für TradingFreaks über 120 Buchungen begleitet. Drei Beobachtungen:

  1. Die meisten buchen das mittlere Paket. Nicht das günstigste, nicht das teuerste. Silber bei TradingFreaks, das Coaching bei Kagels. Das teuerste Paket kaufen fast nur Leute, die schon Geld verdient haben und Zeit sparen wollen.
  2. Ratenzahlung wird genutzt. Etwa jeder Dritte zahlt in Raten. Das ist in Ordnung, solange die Rate nicht das Handelskapital auffrisst.
  3. Wer abbricht, hat meist zu teuer gekauft. Nicht zu billig. Die Enttäuschung ist größer, wenn 4.000 € weg sind, als wenn 79 € weg sind.

So haben sich die Preise entwickelt

TradingFreaks lag 2022 bei rund 3.000 € für das Silber-Paket, heute bei 3.900 €. Trading.de ist mit 249 € im Monat seit Jahren stabil. Der Basiskurs von Mario Lüddemann kostet seit 2021 unverändert 79 €. Die Richtung ist klar: Komplettprogramme werden teurer, Einstiege bleiben günstig oder kostenlos. Der Grund ist der Funnel: Der Einstieg soll dich hineinziehen, das Programm verdient das Geld.

Widerruf, Rückgabe und Vertragsrecht

Bei Online-Käufen hast du 14 Tage Widerrufsrecht – außer du hast auf dem Bestellformular bestätigt, dass du sofort Zugang willst und auf den Widerruf verzichtest. Digistore und die meisten Anbieter lassen dich genau das ankreuzen. Lies das Häkchen, bevor du es setzt.

Wichtig für teure Programme: Online-Coachings ohne Zulassung nach dem Fernunterrichtsgesetz (FernUSG) wurden 2025 von Gerichten für nichtig erklärt – Kunden mussten nicht zahlen. Das betrifft Anbieter, die längere Lehrgänge ohne ZFU-Zulassung verkaufen. Frag den Anbieter nach der Zulassung; staatlich zertifizierte Anbieter wie FinMent nennen sie von sich aus.

Häufige Fragen

Was ist die günstigste Trading-Ausbildung?

Der Basiskurs von Mario Lüddemann für 79 €. Kostenlos sind der Trading-Kurs von Trading.de, das Buch von TradingFreaks und das E-Book von Otis Klöber.

Warum nennen viele Anbieter keinen Preis?

Weil sie über ein Beratungsgespräch verkaufen. Dort wird der Preis an dein Kapital und deine Ziele angepasst. Lass dir den Gesamtpreis schriftlich geben.

Gibt es Ratenzahlung?

Bei den meisten Anbietern ja. TradingFreaks bietet acht Raten, Trading.de ist ein Monatsabo, Lüddemann bietet Raten über Digistore.

Erik Freutel

Ähnliche Beiträge